Das war der Tough Mudder Süddeutschland 2017


Das dritte mal in Folge ging es zum Tough Mudder nach Wassertrüdingen. Das „blaue Headband“ wartete auf mich. Dieses mal dabei waren Annett, Nina und Andreas. Während die Mädels das erste mal dabei waren, war Andreas wie ich zum dritten mal am Start. Hatte ich eine Woche vor dem Hindernis Lauf noch Bedenken wegen dem Wetter, hatten wir an dem Tag das perfekte Wetter. Sonne und blauer Himmel satt. Dazu sehr angenehme zwanzig Grad. Wie immer waren beim Tough Mudder viele Menschen am Start. Die Organisation war sehr gut und die Volontaire immer hilfsbereit und freundlich. Da wir unsere Startzeit 8:30 Uhr nicht einhalten konnten (wir hätten um 4:30 Uhr in Frankfurt schon los fahren müssen), sind wir mit dem Startfeld um 11:20 Uhr gestartet. Seltsamerweise war ich dieses mal kein bisschen Aufgeregt. Gespannt ja und das wie ein Schlüppergummi.

Nach dem „warm up“ und einigen Instruktionen wie man sich auf den 18 Kilometer zu verhalten hat, ging es endlich los. Spätestens dann sinkt meine Anspannung und die Vorfreude auf das kommende steigt. Folgende Hindernisse erwarteten uns:

01. Feuchtgebiet
02. Heuschnupfen
03. Kiss of mud 2.0
04. Brett vorm Kopf
05. Beifang
06. Mud Mile 2.0
07. Berg- & Talfahrt
08. Arctic Enema
09. Funky Monkey the Revolution
10. Reach Around/Stage 5 Clinger
11. Balls to the Walls
12. Augustus Gloop/Snot Rocket
13. Holz vor der Hütte
14. Berlin walls
15. Pitfall
16. The Hangover
17. Huckepack
18. Birth Canal/ Black hole
19. Mud mile 2.0
20. Pyramid Scheme
21. Block Ness Monster
22. Everest 2.0
23. Creek Crusade
24. Electroshock/Kong

Auf alle einzeln werde ich nicht eingehen, sondern nur auf die, die mir besonders in Erinnerung blieben. Kiss of Mud – runter auf den Bauch und krabbeln im Schlamm. Wobei den Volontairen das nicht schnell genug mit dem krabbeln ging und sie uns noch mit einem Eimer kalten Wasser überschütteten. Geil, rutscht man doch gleich viel schneller über den Boden und man kann sich dank des kalten Wassers auf die kommenden Hindernisse besser einstellen.

Brett vorm Kopf. Haben wir das nicht alle die an solchen Hindernisläufen teil nehmen? In dem Fall ging es eher darum eine Holzwand zu überwinden. Mit oder ohne Hilfe. Jeder wie er konnte.

Bei der Berg- & Talfahrt ging es über eine längere Strecke immer wieder hoch-und runter. Dazu kommt noch, dass der meiste Weg mit Schlamm übersät war und man wie auf rohen Eiern lief. Anstrengend und ätzend, da man nie richtig Tempo aufnehmen konnte.

Arctic Enema ist das Hindernis was mir am längsten in Erinnerung bleibt. Ich hatte letztes Jahr das Hindernis auch mitgemacht und fand es bei weitem nicht so schlimm, wie in diesem Jahr. Vier Grad kaltes Wasser! Man sitzt also oben vor der Röhre und dann heißt es „3,2,1,los“. Rutscht die Röhre runter um im nächsten Moment ins eiskalte Wasser einzutauchen. Nach dem ersten Schock brennt einem nur noch die Birne. Die meisten haben sich hier schon rausziehen lassen. Dabei hatten wir erst die Hälfte des Hindernis geschafft. Ich dachte mir „wenn schon, denn schon“. Schliesslich hatte ich für den Spaß bezahlt. Also noch einmal abtauchen unter Autoreifen und einem Baumstamm um dann am Ende wieder aufzutauchen. Spätestens hier hatte im Kopp Hirn-Frost. Kennt ihr das wenn man zu schnell Eis ist und einem auf einmal der Kopf weh einem bald die Birne platzt. Das selbe nur zehnmal stärker. Ich wollte nur aus dem Wasser. Natürlich bin ich glatt mit den Fingern beim Ausstieg abgerutscht und musste nochmal ansetzen. Ich weiß nicht was mir in dem Moment mehr weh tat. Die gefühlt gebrochenen Finger oder mein Schädel. Was ein Spaß und schön wird es erst wieder, wenn der Schmerz nachlässt. Definitiv eine bleibende Erinnerung.

Funky Monkey the Revolution auch so ein Ding wo der Absturz schon vorprogrammiert war, nachdem der Volontaire gesagt hatte das wohl von fünfzig einer es packt rüber zu kommen. Leider sollte es sich bewahrheiten. Letztes Jahr hatte ich das Hindernis noch mit Bravour bestanden, war dieses mal bereits nach der dritten Stange Schluss. Nicht weil die Kraft oder meine Eleganz an den Stangen fehlte, sondern weil die Stangen nass und extrem verdreckt waren. Keine Chance. Manche schafften es dennoch. Respekt ihr Spiderman’s und Cliffhanger.

Snot Rocket war glaube das Hindernis bei dem man erst ins kalte Wasser springen, dann kurz abtauchen und dann in einer Röhre nach oben klettern musste. Dabei wurde man von oben als mit kaltem Wasser begossen. Ehrlich, war mit das geilste Hindernis. War nicht schwer zu meistern aber ich hatte jede Menge Spaß.

Holz vor der Hütte. Nicht was ihr wieder denkt. In dem Fall hieß es sich ein Stück Holz oder gleich einen ganzen Baumstamm zu schnappen und eine bestimmte Strecke durch den Wald zu schleppen.

Reach Around/Stage 5 Clinger (wer denkt sich solche Namen eigentlich aus?) war glaube das Hindernis an dem man an negativ angebrachten Querstangen hoch klettern musste um dann mit einer eleganten Bewegung oder einer Rolle oben auf die Plattform zu kommen. Ich hatte Respekt vor dem Hindernis und mir ging schon die Pumpe. Da abrutschen an den Stangen fast garantiert war und aus 2.50 Meter Höher runter zu fallen macht sicherlich keinen Spaß. Es ging alles gut und am Ende war es einfacher als gedacht. Schönes Hindernis, das einem Respekt abverlangt.

Huckepack sagt schon der Name. Da Andreas sich am Knie verletzt hatte, wollte ich ihm mein Gewicht nicht zumuten. Ich mir seines auch nicht. 110kg sind dann doch eine Ansage unter der ich sicherlich mächtig zu schleppen hätte. Sorry Andreas ^^ Daher blieb nur eines; Andreas nahm Nina auf den Rücken und ich Annett. Wer Annett kennt weiß das sie gefühlt zwei Meter groß ist. Ich jedoch nur 1.71 Meter. Merkt ihr was? Genau, so sah es dann auch aus. Obwohl ich sie auf den Rücken hatte, schlief sie gefühlt mit den Knien immer noch am Boden. Was haben wir gelacht. Ein Bild für die Götter sage ich nur.

Bei Mud Mile 2.0 ging es wieder ordentlich durch Schlamm durch. Als hätten wir nicht schon genug gehabt. Wer jetzt noch nicht ordentlich eingesaut war, hatte hier die besten Chancen das nachzuholen.

Block Ness Monster ist ein nettes Hindernis. Nach einem Sprung ins kalte Wasser geht es zum ersten Hindernis. Schiebe, ziehe und rolle Dich über ein 18 Meter langes rutschiges Hindernis mit rotierenden Barrieren. Dabei braucht man natürlich die Unterstützung der anderen, denn die Barrieren müssen gedreht werden um diese zu überwinden. Schafft man beim höchsten Punkt die Drehung nicht mit dem Körper, landet man unweigerlich statt mit den Füssen mit dem Kopf als erstes im Wasser. Es soll einige geben, die das genauso wollten. Mit 1.60 Meter Wassertiefe bin ich direkt mal abgesoffen beim Sprung ins Wasser. Nein ich bin ich nicht so klein, ich hatte lediglich noch 11 Zentimeter die über das Wasser schauen konnten ^^

Bei Creek Crusade geht es einmal durch einen Fluss. Da wir schon wussten das es an den Duschen gleich im Ziel sehr voll sein wird, hatten wir die Chance genutzt und uns hier schon den meisten Dreck abgewaschen. Bei gefühlten 5 Grad Wassertemperatur war das fast wie daheim in der Badewanne, aber nur fast. Wir hatten einige Mädels gestanden die so mit den Zähnen geklappert hatten vor Kälte, dass sie glatt Motorboot im Wasser spielen konnten ^^

Electroshock wie immer das Beste zum Schluss! Es gibt sogar Menschen, die lassen sich jedes Jahr einen Stromschlag in den Hintern geben. Oder Andreas? Ich würde gern mal durch das Hindernis durch rennen, aber irgendwie fehlt mir dann der Mut und ich schleiche eher vorsichtig an den Kabeln vorbei. Gut das ich so schlank bin!

Im Ziel angekommen gab es das lang ersehnte „blaue Headband“ für Andreas und für mich. Dreimal Tough Mudder Süddeutschland (2015, 2016, 2017) waren geschafft. Vier Hindernisse hatten wir ausgelassen. Nicht weil wir die nicht geschafft hätten, sondern weil einfach zu viele Leute anstanden um diese zu überwinden und wir dadurch noch mehr Zeit verloren hatten. Die Organisation muss in dem Fall besser werden. Da es dieses Jahr das erste mal den Half Mudder gab, hatten wir, die den Full Mudder liefen das Problem, dass alle sich früher oder später an den Hindernissen trafen. Somit doppelt soviel Menschen dort anstanden, wie in den Jahren zuvor. Schön war das nicht und ich kann nur hoffen, dass die Veranstalter das ganze in Zukunft noch optimieren werden.

Der Tough Mudder war für uns ein gelungenes Event mit jeder Menge Spaß, Kampfgeist und Teamwork. Mir hat es sehr gut gefallen und wir vier waren ein super Team. Nach der Heimfahrt ging es zum krönenden Abschluss direkt zu Jamy’s Burger Laden. Kohlenhydrate wollten vernichtet werden. Schließlich muss der Körper nach so einem anstrengenden Tag versorgt werden.

Michael Wünsche

Blogger, Fotograf, Techie, iOS und Android Fan, Reisender, Espresso Genießer aus Frankfurt am Main, Berliner mit Leib und Seele, halber Sachse, BVB Fan aus vollem Herzen. Verfolge auch meine Blogs bloghandy.de und blogfotografie.de

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2 Responses

  1. Andreas sagt:

    Die besten Erinnerungen fehlen aber!!! Wo sind Bilder vom Burger essen? 😉

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