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Das war der Tough Mudder Süddeutschland 2016

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Am 24.September war es endlich so weit. Der Tough Mudder Süddeutschland 2016 startete. Die Aufregung war bei mir Tage vorher zu spüren. Immer etwas Unruhe und schlafen konnte ich die Nächte ebenfalls nicht mehr durch. Fast so, als wäre das mein erster Hindernislauf. Dabei ist es der vierte in diesem Jahr und der siebte seit letztem Jahr, in dem ich damit angefangen hatte. Acht Uhr ging die Fahrt los und sollte von Frankfurt bis nach Wassertrüdingen um die 2.5 Stunden dauern. Dank Stau auf der A3 Nähe Würzburg und umfahren des ganzen, hatten wir am Ende gut 3 Stunden gebraucht.

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Dort angekommen war der Trubel groß. Autos so weit man schauen konnte. Der Parkplatz auf dem Feld gut gefüllt. Während wir letztes Jahr noch 200 Meter vom Startpunkt parken konnten, war es dieses mal ein langer Fußmarsch bis dahin. Egal, wir hatten Zeit, da wir erst um 13:40 Uhr starten sollten. Anmelden. Lager anschauen. Zurück zum Auto. Umziehen. Zum Ziel laufen und den anderen beim durchlaufen der „Electroshock Therapy“ zuschauen. Immer wieder ein Spaß, wenn der Strom in irgendwelchen Körperteilen einschlägt. Das stand uns später auch noch bevor.

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Um 13:20 Uhr ging das „warmup“ mit den anderen Läufern los. Bisschen dehnen, strecken, paar Übungen machen. Die Stimmung und das Wetter waren perfekt. Danach noch zur zweiten Station hin, wo die Regeln verinnerlicht wurden und man den Teamgeist herauf beschwor. Punkt 13:40 Uhr ging es los.

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Der Tough Mudder Süddeutschland 2017 konnte für Andreas und mich starten. Nach gut 1 Kilometer kam das erste Hindernis das auf den Namen „Heuschnupfen“ hörte. Da waren lediglich ein paar Heuballen zu überwinden. Könnte schlimmeres geben.

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The Hangover“ ist eine schräg stehende Holzwand die manch einen dort zur Verzweiflung brachte. Entweder man springt selbst hoch und macht es über die Kraft aus den Armen und Schulter, da man seine Beine nicht zu Hilfe nehmen kann oder über die althergebrachte Räuberleiter. Für mich war der Hangover eher ein leichtes Hindernis und kannte ich bereits aus dem Jahr davor. Also zack hoch gesprungen, rüber und weiter ging es.

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Beim „Kiss of Mud 2.0“ wurde man das erste mal so richtig dreckig. Flach auf dem Bauch unter Stacheldraht durch Schlamm und einem Wasserhindernis durch, dass können wir.

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Der „Birth Canal“ hatte es dieses Jahr in sich. Während die Veranstalter letztes Jahr noch eine riesen Teich-plane mit Wasser gefüllt und darunter mehrere Strecken zum durchkriechen anboten, lernten sie aus ihren Fehlern. Denn dabei konnte man sich den einfacheren Weg am Rand suchen und hatte so nicht die ganze Last der Wassermasse auf sich. Dieses mal war jeder Strecke unten durch mit einer Teich-plane belegt. War diese gut gefüllt, hatte man so gut wie keine Chance einfach mal schnell und locker unten durchzukriechen. Ich hing auf halber Strecke sogar fest. Da ich mit einer Hand die GoPro halten musste. Da nützte nur noch Kraftanstrengung und weiter ging es.

Holz vor der Hütte„. Nein nicht was gleich wieder die Männer denken. Hier geht es darum einen Baumstamm von A nach B zu tragen. Alles sehr einfach und entspannend.

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Weiter ging es zu den „Feuchtgebieten„. Ja ich weiß schon, aber wieder nicht das was ihr denkt ^^ Einmal rein ins Schlammwasser, hoffen das man seine Schuhe nicht verliert und wieder raus. Coole Sache.

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Berlin Walls“ Die Beschreibung des Veranstalters sagt darüber folgendes:
„Eine vier Meter hohe Wand, die genau an der Stelle des Parcours steht, an der Dich allmählich die Kraft verlässt. Ein Balken am unteren Ende der Wand hilft Dir beim ersten Stück, aber um es ganz hinauf zu schaffen, musst Du Dich ganz auf Deine Kraft und Mudder über und unter Dir verlassen. Gleich dahinter wartet natürlich eine zweite Wand auf Dich. Also verausgabe Dich nicht schon am Anfang.“

Ja ich muss zugeben, die Wand war schon heftig. Die erste war so nass und rutschig, dass wir die nach einem Versuch ausgelassen hatten. Die zweite war ein wenig trockener und dank Hilfe von Andreas und noch einem „Mudder“ schafte ich diese ohne Probleme.

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Zwischen den einzelnen Hindernissen hieß es natürlich immer wieder Berauf-und Bergab. Andreas liebte vor allem die Berganstiege. Oder hatte ich was falsch verstanden? ^^

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Huckepack“ hieß die nächste Station. Öhm. Ja. Nein. Wenn ich mir Andreas so anschaue und das ist wirklich nicht böse gemeint, dann lassen wir das mal. Schließlich brauche ich mein Rücken noch viele Jahre.

Kilometer 11 kam der „Cage Crawl„. Das Hindernis gibt es inzwischen bei fast jedem Hindernislauf. Ich habe vor diesem immer Respekt. Da es doch ein etwas beklemmendes Gefühl ist, wenn man zwischen Wasseroberfläche und Zaun maximal 15 Zentimeter Zwischenraum hat, um mit dem Gesicht über der Wasseroberfläche zu bleiben. Meine Kamera hatte ich einem Volunteer gegeben. Danke an dieser Stelle an das nette Mädel, die mich dann gleich noch filmte. Sehr nett. Danke.

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Mit „King of the Swingers“ kam ein weiteres Hindernis, bei dem ich schon vor Run einen Heidenrespekt hatte. „Von einer etwa 3.5 Meter hohen Traverse aus musst du dich wie Tarzan nach vorne schwingen und während des anschließenden Freiflugs wenn möglich mit deinen Händen die vor dir befindliche Glocke berühren. Nur wenige Mudder schaffen es tatsächlich die Glocke zu läuten – nass werden aber garantiert alle!“

Nicht die Höhe machte mir Angst, sondern eher die Frage „Wie soll man da vor noch die Glocke treffen?“ und „Wie tief ist überhaupt das Wasser dort unten?“. Fragen über Fragen. Am Ende zählt nur eines. Leiter hoch. Ran an die Rampe und bei „3,2,1,Los“ geht es los. Nicht die Glocke war für mich interessant, sondern eher heile unten ankommen. Das Wasserbecken ist echt tief, da konnte einem absolut nichts passieren. Hin zum „Becken“rand, raus und weiter ging es.

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Es kam wie es kommen musste. „Arctic Enema 2.0„. Letztes Jahr musste ich das Hindernis noch wegen einer Ohrenentzündung auslassen. Dieses Jahr musste es dran glauben. Besser gesagt, ich! 4 Grad. Ein Becken das mit Wasser und Eiswürfeln gefüllt ist. Mich friert es immer noch, allein bei dem Gedanken. Nicht lange überlegen. Hochklettern. Hinsetzen. Den Anweisungen zu hören. Spaß haben und frieren. Beim ersten eintauchen konnte ich erst einmal nicht mehr klar denken. Beim zweiten eintauchen, da man noch unter einem Reifenhindernis tauchen musste, dachte ich nur noch mir hämmert einer gerade mit einem kleinen Hammer die Schädeldecke ab. Ich wollte nur noch raus. „Arctic Enema 2.0“ ist hart, aber leider geil.

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Bei Kilometer 14 angekommen, war das Ziel nicht mehr weit und ich freute mich bereits auf das erste Bier. Wenn ich es nicht sogar schon riechen konnte.

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Berg-und Talfahrt“ liebt jeder, der steile Anstiege und Abstiege liebt. Ist wie wandern, nur im schnellen Trab und das oben auf dem Berg keine Hütte mit Kaiserschmarrn und Hefeweizen wartet.

Bei „Mud Mile 2.0“ geht es darum mehrere Schlammgräben und-Hügel zu überwinden. Darin lagen noch Gummibälle die zu jeder Menge Spaß führten, da man sich damit bewerfen konnte.

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Funky Monkey“ Oha. Wenn ich eines nicht kann, dann ist es hangeln. Bin da irgendwie so ein Körperklaus. Ich kann beim tanzen schon keinen Takt halten und beim hangeln schon gar nicht gleichmäßig schwingen. Wenn ich unseren Sohn mit seinen 7 Jahren immer sehe. Der solche Hindernisse mit einer Leichtigkeit abtut. Wahnsinn. Ich muss daher alles aus der Muskelkraft holen. Dieses mal wollte ich es schaffen, auch wenn ich mir keine großen Chancen ausrechnete. Da ich meine Handschuhe ausgezogen hatte, hatte ich gefühlt mehr halt an den Stangen. Kaum das ich mich versah, war ich bereits in der Mitte und damit dem höchsten Punkt vom Hindernis angekommen. Jetzt nur nicht mehr nachlassen. Ich hörte die Anfeuerungsrufe von Andreas. Das gab zusätzlich Motivation. Einmal umgreifen auf die „U“ Stange und dann weiter an der parallel geführten Längsstange. Geschafft. Was ein Gefühl. Wahnsinn. Mal nicht bei dem Hindernis ins Wasser zu fallen.

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Pyramid Scheme“ ist ein neues Hindernis. „Am Boden bilden 2-3 Mudders eine solide Basis, damit weitere Mudder auf deren Schultern eine zweite Reihe bilden können. Ein paar Glückliche schaffen es hoffentlich bis nach oben, sodass sie den nächsten beim Hochziehen helfen können. Wenn Ihr dieses Hindernis jedoch anders angehen wollt, sind Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.“

Das hatten wir ausgelassen. Der Grund war einfach. Es standen Massen davor und die Wartezeit war mit Sicherheit 20-30 Minuten. Zuviel Zeit für ein Hindernis, dass am Ende einfach nur mit einer großen Gruppe Spaß macht. Selbst dann finde ich es nicht so interessant, dass ich es unbedingt machen sollte.

Mit „Block Ness Monster“ gab es ein weiteres neues Hindernis. Ich kann nur sagen, sehr geil. Um das zu schaffen muss man im Team arbeiten. Ein paar „Mudders“ die von der einen Seite drehen, ein paar die von der anderen Seite drehen und wiederum ein paar, die das Hindernis bewältigen indem sie sich gut festhalten und rüber „drehen“ lassen. Geile Nummer und Andreas ist direkt mal auf Tauchgang gegangen.

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Nach einem weiteren Kilometer kam der „Everest 2„. Letztes Jahr nach vier Anläufen geschafft, hatte ich dieses Jahr nach einem Versuch aufgegeben. Beim ersten Versuch hatte ich bereits die Hände der anderen greifen können.

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Ich wollte es so lange Versuchen bis ich es schaffe, aber die Wartezeit war einfach zu lange und uns lief die Zeit davon. Daher ab zum nächsten Hindernis, der „Flussquerung„.

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Am anderen Ufer angekommen gab es für uns Legionäre die Möglichkeit zum einen das grüne Stirnband in Empfang zu nehmen und zum anderen den „Frequent Flyers‘ Club“ zu erklimmen.

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„Während sich die Tough Mudder Jungfrauen durch die Electroshock Therapy kämpfen müssen, dürfen es die Legionäre im Frequent Flyers‘ Club etwas entspannter angehen. Hier springst du von einer in etwa vier Meter hohen Plattform ab und landest wie bei einer Stuntaufnahme sanft auf einem Luftkissen. Um dem Ganzen noch etwas sportlichen Reiz zu verleihen, hängen ein paar Holzstäbe von der Traverse herunter. Ziel ist es, dass du mit einer Hand den Holzstab in deiner Stirnbandfarbe erreichst. Je mehr Stirnbänder du schon gesammelt hast, umso schwieriger ist es dabei das entsprechende Holzstück zu erreichen!“

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Sicherlich eines der Hindernisse mit dem größten Funfaktor aber nicht der größten Herausforderung. Obwohl, aus dem Luftkissen, dass einem bei der Landung komplett umgab, war es schon einen Herausforderung da wieder heraus zu kommen.

Zu guter letzt folgte „Electroshock Therapy„. Auf das Hindernis, auf das sich alle am Schluss freuen. Ich sage nur Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sorry Andi ^^

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Wir hatten es geschafft und sind um ein „Oranges“ sowie ein „Grünes“ Stirnband (2x Tough Mudder) reicher. 17.43 Kilometer und 20 Hindernisse in einer Zeit von 3.5 Stunden lagen hinter uns. Der Run hat viel Spaß gemacht. Die Stimmung und das Wetter waren einfach Weltklasse. Die Organisation war sehr gut und die Volontaire hatten sich echt Mühe gegeben und waren jederzeit hilfsbereit. Das Bier im Ziel und das T-Shirt sind natürlich die perfekte Belohnung. Danke Andi das du dabei warst. Danke auch für das hin und-zurück fahren. Hast was gut bei mir.

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Alles in allem ein guter Tag der noch lange in Erinnerung bleibt. Auch deshalb, weil es mein erster Lauf war, den ich ohne beidseitige Wadenkrämpfe überstanden hatte. Die Paracetamol Tablette, das wochenlange Einnehmen von täglich 400mg Magnesium, meine neuen Lauf-bzw. Kompressionsstrümpfe und das eincremen der Waden mit Finalgon Salbe extra stark scheinen geholfen zu haben. Man soll nicht sagen, dass ich nichts unversucht gelassen hatte ^^

Und nächstes Jahr? Ja klar, bin ich wieder dabei. Schließlich will ich das „Blaue“ Stirnband haben.

Wart ihr auch dabei? Wie waren eure Erlebnisse? Sehen wir uns vielleicht 2017 wieder? Lasst mal hören.

2 Kommentare

  1. Steffen Steffen

    Absolut geniale Bilder! Sieht aus wie mit einer Action Cam direkt aus dem Geschehen geschossen 🙂 Bei den Bildern habe ich das Gefühl auch selber mitten drin gewesen zu sein!

    • Michael Wünsche Michael Wünsche

      Danke. So sollte es auch sein 😀

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