Fisherman’s Friend Strongman Run 2017 Nürburgring


Samstag war es wieder so weit, mein zweiter Fisherman’s Friend Strongman Run stand an. Mit dabei Annett, Sandra, Fatin, Teresa, Frank, Alex, Harald und Holger. Bis auf Teresa und Holger sind wir alle FRA Freeletics „early birds“. Treffen und Abfahrt war 8 Uhr bei mir. Mit Alex, Fatin und Theresa haben wir uns eine halbe Stunde später an der Raststätte Medenbach an der A3 getroffen. Zwei Stunden Fahrt waren eingeplant und das hatten wir prima mal Daumen auch hinbekommen. Am Nürburgring angekommen, trafen wir uns mit den anderen auf dem Parkplatz. Halb elf und hier war schon die Hölle los.

Die Fakten: 10772 Läufer. 24 km. 40 Hindernisse. Temperatur 11 Grad.

Nach dem umziehen ging es zum Boulevard. Mussten einige von uns ihre Starnummer und den Chip für die Schuhe holen. Klug wer sich den Kram schon vorher zuschicken lassen hat, konnte man so das lange anstehen an den Ausgabepunkten sparen. Laut dem Veranstalter sollte es zu 10 Jahre Fisherman`s Run ein Jubiläums Shirt geben. Weder konnten uns das dortige Personal helfen, wo es diese gab. Noch gab es irgendwo Hinweise zu sehen, wo die Shirts ausgegeben wurden. Echt traurig! Hatten wir uns doch alle auf das Jubiläums Shirt gefreut. Nach Abgabe der Taschen ging es ab auf die Rennstrecke. Immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis.

Am Startpunkt trafen nach und nach 10772 Menschen ein. Das ist immer wieder sehr faszinierend. Dieses Jahr haben die Veranstalter das Starterfeld unterteilt. Ganz vorn die #Überflieger, danach folgten die #Senkrechtstarter, #Dauerbrenner und #Spätzünder. Wir hatten uns natürlich alle bei den #Überflieger angemeldet. Das hatte vor allem einen Grund, im vorderen Feld bei den Hindernissen anzukommen um lange Wartezeiten zu verhindern. Das hatte letztes Jahre gut geklappt und dieses Jahr war es nicht anders.

Am Startfeld gab es eine Live Band die die Massen ordentlich einheizte. Die Stimmung war vollkommen ausgelassen und man merkte schnell, wie alle heiß darauf waren, das es bald los ging und die Anspannung langsam abfällt. Dann kam der Countdown. 10,9,8,…

Die ersten Meter waren gelaufen und der Druck ließ langsam nach. Jetzt hieß es 24 Kilometer purer Wahnsinn und Spaß. Nach den ersten 3.5 Kilometer kam das erste Hindernis. The Purge war ein Hürdenparcour, dass man schnell hinter sich ließ um dann 50 Meter Mondlandschaft mit Gruben voller Wasser und Schlamm, in die man erst reinspringen und dann wieder herausklettern, durfte. Gleich danach kam der Zaunkönig dran. Ab auf die Knie, rein in die Grube und krabbeln, was das Zeug hält. Dabei immer schön den Hintern unten halten, damit man nicht am Bauzahn darüber hängen bleibt. Es folgte die erste Verpflegungsstation. Wasser, ISO Getränke, Bananen und Apfelsinen. Alles was das Läuferherz begehrt. Weiter ging es mit den nächsten Run um auf das nächste Hindernis zu treffen.

Hürdenheim erwartete uns mit einigen Holzhindernissen, die wahlweise übersprungen, überklettert, überflogen, überplumpst, überrollt werden wollten.

Eine wahre Freude unser Buzzer. Der rüttelt einen so richtig in Stimmung. Abwechselnd geht es durch tiefgespannte Netze, die natürlich ein bisschen tückisch und mit kleinen Strom-Hängerchen versehen sind und Wasserfontainen. Stromschläge hatte ich keine bekommen. Auch wenn der Wind in der zweiten Runde den ein oder anderen Strom-Hängerchen in meine Richtung flattern ließ. Dann hieß es kurz warten und passenden Moment abwarten. Strom kann ich, muss ich aber nicht.

Im Niemandsland hieß wieder auf die Knie und krabbeln was das Zeug hielt. Danach folgte das für mich anstrengendste Hindernis. Die Südschleife. Die Oberschenkel brennen, die Lungen arbeiten auf Hochtouren, die Höhenmeter steigen. Man spürt sofort das man sich auf der geliebtgehassten Südschleife befindet. Die Veranstalter schrieben dazu „Nehmt die Beine in die Hand und hüpft leichtfüßig über die bunt angerichteten Strohhürden auf eurem Weg nach oben.“ Ja ne, ist klar. Die Südschleife zieht sich eine Ewigkeit hin und nimmt gefühlt kein Ende. Stetig nach oben und viele sind man dort bereits mit Krämpfen an den Seiten stehen.

Baumstämme, Autoreifen und jede Menge Stroh das hieß Beinpresse ist angesagt. Ein Hindernis was man nicht mögen muss, da man ständig aufpassen muss sich nicht irgendwas zu klemmen oder einzuquetschen. Nach den höllischen ersten acht Hindernissen geht es endlich ans Rutschen. Butt Spencer hieß das Hindernis. Endlich rutschen. Endlich ein kalte Erfrischung. Macht tierisch Spaß, kann aber schnell für Wadenkrämpfe sorgen. Eiskaltes Wasser ist eben doch nicht so gut für die geschundenen Waden.

The Climbing Legs Klettern über Leitern rauf auf die Plateaus aus Holz, dann noch ne Etage höher und, wie sollte es anders sein? Nach einem kurzen Augenblick der Ruhe geht es genauso wieder runter.

Stairway to Hell. 50m geht es hoch hinaus und die Beine werden extrem gefordert. Normal kein Problem. Hat man vorher schon mit Wadenkrämpfen zu kämpfen, kommen diese an dem Hindernis richtig zum Vorschein. Da blieben einige mit Schmerzverzerrtem Gesicht stehen und mussten einmal tief durchatmen. Letztes Jahr hatte ich hier noch böse Problem. Die Waden waren total verkrampft und für mich war es ein Kampf dort hoch zu kommen. Dieses Jahr lief alles super. Die Vorbereitungsläufe und die Laufsocken hatten sich bezahlt gemacht.

Foaminator ist ein Traum aus Schaumkanone, Kletternetz, Stroh und Schiffscontainern. Hoch auf die Containerkonstruktion und durch das Schaumbecken und danach wieder hoch auf den Container und Abmarsch! Der Schaum brannte in den Augen wie Hölle. Was auch immer die da für Zeug verwendet haben. Angenehmes Schaumbad geht definitiv anders.

Woody Mary ist eine Holzhalfpipe bei der es gilt schnell und kräftig hochzuklettern, da war nämlich schon ne gewisse Steigung zu überwinden. Für mich und viele andere das einzigste Hindernis das nicht ohne fremde Hilfe zu bewältigen war. Nach soviel Schwitzerei und dem ganzen Schaum hatten wir uns die Rain Main wahrlich verdient. Leider war das Hindernis gesperrt, da das Kletternetz kaputt war. Daher mussten wir auf 8 Grad lauwarmem Wasser und ein bisschen klettern verzichten. The Rock ist ein Hindernis an dem man sich am Seil hochziehen musste, um nicht den Halt auf dem Anstieg zu verlieren. Oder man hat die richtigen Schuhe an und kann so hochlaufen.

Dreikampf war ein nettes Hindernis. Über ein Netz musste man auf Überseecontainer hochklettern. Oben angekommen konnte man kurz die Aussicht genießen, bevor es über Strohballen wieder runter ging. Der Reife Hai wear ein Becken voller Reifen. Blaue Flecken Alarm! Immer schön oben bleiben und immer schön weitermachen, irgendwann waren die 20.000 Reifen überwunden.

Terence Hill ist eine riesige Rutsche ins kalte Wasser. Erst Strohballen, dann Kletternetz, hoch auf den letzten Überseecontainer um danach mit Vollgas die Rutsche runter. Auf jeden Fall ein heiden Spaß.

Es folgte das letzte kleiner Hindernis bevor es ins Ziel ging. Oder? Natürlich nicht. Schliesslich sind wir keine Rookie. 12 Kilometer waren geschafft und weitere 12 Kilometer warteten auf uns. Die Hindernisse hatten wir bereits einmal alle durch, warum nicht ein zweites mal. Nach weiteren knapp 2 Stunden waren die geschafft.

24.5 Kilometer und eine Zeit von 3:55:19 Stunden purer Wahnsinn liegen hinter mir. Das Wetter war echt lausig. Kalt und Windig, ganz üble Kombination. Wenn ich an letztes Jahr denke, Sonne satt und angenehme Temperaturen. Zwischendurch echt übel gefroren. Vor allem nach den Wasser Hindernissen. Schön war es trotzdem und brutal anstrengend. Die Distanz muss man eben erst mal laufen. Dann die alte Südkurve, die sich elende lang nach oben zog inklusive zahlreicher Hindernisse. Die Hindernisse waren bis auf eines alles allein machbar. Schaumbad, schräge Wände, Schlammbad, Strom alles dabei und immer wieder joggen, joggen und nochmals joggen. Schade es am Anfang gleich unser Team auseinander gerissen hatte. Aber bei weit über 10772 Teilnehmern kann man schnell den Überblick verlieren.

Mein Ziel war es in 3.5 Stunden anzukommen. Leider nicht geschafft. Da mein Kumpel, der mich letztes Jahr noch hetzte wie verrückt, dieses Jahr nach der halben Strecke komplett abbaute und mit üblen Krämpfen zu kämpfen hatte. Daher motivierten wir ihn immer wieder, so gut es ging. 4 Kilometer vor dem Ziel musste ich dann selbst aber und allein Gas geben um unter die 4 Stunden zu bleiben. Im Ziel trafen wir uns Gott sei Dank aber alle wieder gesund und erfolgreich wieder.

Ich hatte einen kurzen Einbruch zwischen Kilometer 8 – 12. Es waren harte 4 Kilometer. Danach lief die Maschine wieder. 6 Kilometer vor dem Ziel war es dann nochmal hart. Keine Kraft mehr in den Oberschenkeln. Fitness war ansonsten echt super, aber die Kraft in den Oberschenkeln war weg. Dafür hatte ich dieses mal kaum mit Wadenkrämpfen zu kämpfen. Wenn die denn kamen, dann waren die genauso schnell wieder weg. Es wird von mal zu mal besser. Die Kompressions Laufsocken machten sich eben bezahlt.

Der Run war hart, härter als letztes Jahr aber leider geil. Danke an Alex, Theresa, Frank, Harald & Bruder, Fatin, Annett und Sandra das ihr dabei wart. Frank du alter Haudegen, Glückwunsch an deine Zeit von 3:29 Stunden. Respekt und ich bin mir sicher, wenn du allein gelaufen wärst, wäre die 3 Stunden Marke gefallen.

Renninfo
Runde 1 – 01:40:37
Runde 2 – 02:14:42

Gesamt
Platz (M/W) 3334
Platz (AK) 276
Platz (Gesamt) 3883
Zielzeit (Netto) 03:55:19
Zielzeit (Brutto) 03:57:40

Seit gestern bin ich bereits vor-registriert? Für was? Ganz klar, den Fisherman’s Strongman Run 2018 über die volle Distanz!

Was war Positiv? Was war Negativ? Anregungen?

POSITIV

Die Hindernisse, die Laufstrecke, die Versorgung mit Wasser, ISO Getränken und Obst. Das Anheizprogramm der Live Band. Warmwasser in den Duschen.

NEGATIV

Die Finisher Shirts, da diese aus Baumwolle waren und keine Funktions Shirts mehr wie in den letzten Jahren. Zum Training oder zum nächsten Run anziehen kann man damit vergessen.

Die Organisation der Abholung der Finisher Shirts. Ewig lange Schlangen, da kein Personal und dadurch einzelne Ausgabe-Stände geschlossen waren.

Die eigenen Taschen & Rucksäcke mussten bei der Rückgabe selber in den Hallen gesucht und herausgeholt werden, keine Herausgabe durch Personal und dadurch auch keine Kontrolle über die Taschen. Das geht gar nicht! Da kann jeder Langfinger zuschlagen und hat freie Auswahl.

Kein Jubiläums Shirt! Denn niemand vom Personal konnte uns sagen wo es die Dinger gibt. Damit sind wir leer ausgegangen.

ANREGUNGEN

Beim Zieleinlauf Herausgabe auf Wunsch von Wärmefolien. Denn es war echt lausig kalt. Wenn man dann schon eine Ewigkeit auf seine Sachen warten muss, könnte man das zumindest angenehmer für alle gestalten. Dank dem bin ich leider seit Sonntag total erkältet. Ich laufe seit 3 Jahren bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen mit, aber ich musste noch sie solange frierend nach dem Lauf in der Warteschlange stehen.

Alle Hindernisse auf einem Blick: klick mich

Michael Wünsche

Blogger, Fotograf, Techie, iOS und Android Fan, Reisender, Espresso Genießer aus Frankfurt am Main, Berliner mit Leib und Seele, halber Sachse, BVB Fan aus vollem Herzen. Verfolge auch meine Blogs bloghandy.de und blogfotografie.de

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