Helfen Burpees gegen monstermäßigen Muskelkater?


Seit zwei Tagen hatte ich heftigen Muskelkater und das ab Brusthöhe abwärts. Die Zahlreichen Situps und Squats vom Sonntag waren wohl doch zu viel des Guten. Wobei ich eher denke, dass es die ungewohnte Bewegung nach mehr als acht Wochen Pause war. Vorher hätte ich über 120 Wiederholungen bei den Übungen mir allenfalls ein müdes lächeln abgerungen. Diese mal kam mir einen Tag später beim Aufstehen nur ein gequält-verzerrt-schiefes „Autsch“ über die Lippen. Der erste Gedanke war „Ich bin jetzt in einem Alter, in dem dir der Körper am nächsten Tag ganz leise in dein Ohr flüstert: Mach das nie, nie wieder.“

Wenn ich mal in Bewegung und die Muskulatur warm war, ging es halbwegs. Mein laufen sah nicht mehr ganz so als ob ich seit zwei Wochen nicht mehr vom Pferdesattel abgestiegen bin. Am Abend dann die Flasche Magnesium Öl raus geholt und die Oberschenkel eingerieben, als gebe es kein Morgen mehr. Am liebsten hätte ich mir ein Bad damit eingelassen. Die Nacht verlief recht gut. Wenn man denkt es kann nicht mehr schlimmer kommen, zog der Muskelkater nun noch in mein verstecktes Sixpack. Also ich glaube zumindest fest daran, dass unter der ganzen warmhaltenden Fettschicht eines versteckt ist. Aufstehen oder Hinsetzen wurde fast zur Qual. Ich muss zugeben, auf der anderen Seite wiederum ein tolles Gefühl. Da man weiß, dass man beim Sport alles gegeben hatte.

„Man ist sich noch nicht vollends über die Ursachen des Muskelkaters einig. Früher wurde eine Übersäuerung des Muskels durch Milchsäure (Laktate) angenommen. Diese Hypothese ist jedoch durch folgende Fakten widerlegt worden:

Nach der Laktathypothese müsste ein Muskelkater besonders durch sportliche Betätigungen entstehen, bei denen sehr hohe Laktatwerte gemessen werden, wie zum Beispiel beim 400-Meter-Lauf. Die Praxis zeigt jedoch, dass er häufiger nach Krafttraining auftritt, bei dem nicht so viel Laktat gebildet wird. Laktat hat eine Halbwertszeit von etwa 20 Minuten. Ein Muskelkater tritt aber erst Stunden später auf, nachdem sich der Laktatspiegel längst normalisiert hat.

Heute nimmt man an, dass – wie Beobachtungen zeigen – durch Überlastung kleine Risse (Mikrotraumata) in den Z-Scheiben im Muskelgewebe auftreten. Diese sind gewissermaßen die äußeren Abgrenzungen kleiner Abschnitte innerhalb der Muskelfibrille. Die Entzündungen, die durch die Risse entstehen, führen durch Eindringen von Wasser (es bilden sich Ödeme) zum Anschwellen des Muskels. Ein sofortiger Schmerz stellt sich nicht ein, da sich innerhalb der Muskelfaser keine Schmerzrezeptoren befinden. Nach etwa 12 bis 24 Stunden beginnt der Körper jedoch, die durch die Mikrotraumata gebildeten Entzündungsstoffe auszuspülen, wodurch sie in Kontakt mit den außerhalb liegenden Nervenzellen kommen.

Die Risse entstehen beim Bremsen von Bewegungen (exzentrische Kontraktion, zum Beispiel beim Bergabgehen oder Abfedern eines Sprungs) deutlich schneller als beim Beschleunigen (Bergaufgehen).“ (Quelle: wikipedia.de)

Was also tun? Da ich in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen damit gemacht hatte, mit leichten Übungen wieder anzufangen und damit dem Muskelkater entgegen zu wirken, beschloss ich Burpees zu machen. Wenn dann richtig und mit Burpees hat man gleich eine der effektivsten Übungen für den ganzen Körper.

Damit sich ganze lohnt, machte ich eine 10 – 25 – 50 – 25 – 50 – 10 – aufwärts und abwärts und wieder aufwärts – Burpee Pyramide. Geiler Name, oder? ^^

Die ersten 10 und 25 Burpee waren die Hölle. Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Allein das hinlegen und wieder aufstehen um dann in den Sprung zu gehen. Hölle und nochmals Hölle. Ich fragte mich in dem Moment nur noch „Was tue ich mir hier an?“. Bei den ersten 50 Wiederholungen wurde die Muskulatur richtig warm und die Durchblutung kam in Gang. Die Burpee liefen besser und schneller.

10 Burpee = 27 Sekunden
25 Burpee = 1:09 Minute
50 Burpee = 2:33 Minuten
25 Burpee = 52 Sekunden
50 Burpee = 2:29 Minuten
10 Flat Out Burpee = 25 Sekunden

Was soll ich sagen? Ich fühlte mich gut. Verdammt gut. Ich konnte wieder normal laufen und sogar Squats machen. Auch wenn der Muskelkater später wieder zurück kam, war dieser nun extrem abgeschwächter und kaum noch spürbar. Um daher meine Frage „Helfen Burpees gegen monstermäßigen Muskelkater?“ zu beantworten. Ja, sie helfen! Definitiv! Dennoch sei Vorsicht geboten. „Schmerz ist nicht nur Schwäche, die den Körper verlässt“ sondern dein Körper sagt dir damit auch, wenn du einen Restday einlegen und den Körper zu Kräften kommen lassen solltest.

Pausen sind genauso wichtig wie Trainingstage. Immer daran denken.

Michael Wünsche

Blogger, Fotograf, Techie, iOS und Android Fan, Reisender, Espresso Genießer aus Frankfurt am Main, Berliner mit Leib und Seele, halber Sachse, BVB Fan aus vollem Herzen. Verfolge auch meine Blogs bloghandy.de und blogfotografie.de

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